Das Friedensgebet von Assisi

georg kress
Altar-Triptychon: Friedensgebet von Assisi Papst Johannes Paul II
1987 · Eitempera · Öl auf Leinwand und Holz · 406 x 412 cm



Linker Flügel: Abendmahl
Assisi
Friedensgebet von Assisi: Abendmahl Auf dem linken Flügel des Altars hat der Künstler seine Version des Letzten Abendmahls Jesu gestaltet, lebendige Gemeinschaft, in unserer Zeit bedroht durch Technologie-Wahn u.a., angedeutet durch den Atomreaktor im Hintergrund.

Mittelbild: Pfingstwunder
friedensgebet
Friedensgebet von Assisi: Pfingstwunder Im Mittelbild ereignet sich über der Versammlung der Weltreligionen zum Friedensgebet das Pfingstwunder, ein kraftvoller Aufruf zu Völkerverständigung, geistiger Begegnung der Menschheit und Frieden.

Rechter Flügel
altar
Friedensgebet von Assisi: Noli Me Tangere Auf dem rechten Flügel steht Maria Magdalena im Mittelpunkt. Sie, eine Frau, war auserwählt, als Erste dem gerade auferstandenen Jesus zu begegnen und den Jüngern von diesem ungeheuerlichen Erlebnis zu berichten. Es war dem Künstler ein besonderes Anliegen, diese in der Bibel hervorgehobene Stellung der Frau herauszuarbeiten.


Der von Georg Kress entwickelte Fragmentale Stil drückt sich vor allem in der Spannung von Farben und Formen, von abstrakten und gegenständlichen Bildelementen aus. Geist und Materie, Gefühl und Realität werden in ihrer Wechselbeziehung sichtbar und wirken zusammen zu einer ganzheitlichen Darstellung.

Wenn das Altar-Triptychon eines Tages den endgültigen Ort seiner Bestimmung findet, wird sich seine Wirkung und Ausstrahlung im Miteinander einer lebendigen Gemeinde dauerhaft zeigen können. Eine weitere „Wanderung“ des Altar-Gemäldes durch verschiedene Kirchen und vielleicht auch Museen eröffnet ebenfalls zahlreiche immer neue Erfahrungs- und Begegnungsmöglichkeiten.
 
Das Friedensgebet von Assisi stellte damals einen ungeheuren Schritt zur Überwindung der religiösen und ethnischen Schranken dar und hat bis heute nichts an Aktualität eingebüßt. Bei der Würdigung des Pontifikates von Papst Johannes Paul II. nach seinem Tode fand sein Gedanke eines grenzüberschreitenden gemeinsamen Eintretens aller Völker für den Weltfrieden, wie er sich am beeindruckendsten im Friedensgebet von Assisi manifestierte, bisher wohl zu wenig Beachtung.

Sabine Haake